Erholung setzt sich im 2. Quartal weiter fort – Bessere Kapazitätsauslastung bei Pfleiderer ermöglicht Preisanpassungen – Rohstoffkosten belasten nach wie vor Ergebnis
- Umsatzanstieg im Halbjahresvergleich um 6,4 Prozent auf 737,0 Mio. Euro
- EBITDA im 2. Quartal 2010 mit 31,5 Mio. Euro deutlich verbessert
- Rohmarge im 2. Quartal um einen Prozentpunkt gestiegen
- Volumenwachstum bei Platten, stagnierendes Geschäft bei Laminat
Neumarkt, 19. August 2010– Die im SDAX notierte Pfleiderer AG (ISIN DE 996764749) hat im zweiten Quartal 2010 an den sich zum Ende des ersten Quartals abzeichnenden positiven Trend angeknüpft. Der Umsatz erhöhte sich vom ersten zum zweiten Quartal 2010 um 7,3 Prozent auf 381,4 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr 2010 lag der Umsatz des Holzwerkstoffherstellers mit 737,0 Mio. Euro um 6,4% über dem Vergleichswert des Vorjahres. Für diesen Anstieg waren auf der einen Seite zur Hälfte Wechselkurseffekte und auf der anderen Seite Volumenzuwächse sowie Preissteigerungen verantwortlich. Der Auslandsanteil am Umsatz erreichte im ersten Halbjahr 71,8% nach 71,5% im Vorjahreshalbjahr.
Aufgrund der im Halbjahresvergleich um 5,2 Prozentpunkte auf 56,8% gestiegenen Materialkostenquote ging das Bruttoergebnis im Berichtszeitraum von 181,7 Mio. Euro auf 157,8 Mio. Euro zurück. Bezogen auf den Vergleich der ersten sechs Monate sank die Bruttomarge von 26,2% auf 21,4%, im Vergleich der ersten beiden Quartale 2010 konnte Pfleiderer jedoch die Marge um einen Prozentpunkt verbessern und den positiven Trend bestätigen. Die sonstigen betrieblichen Erträge von 6,3 Mio. Euro setzten sich unter anderem aus Versicherungsentschädigungen, Kursgewinnen und Auflösung von Wertberichtigungen auf Kundenforderungen zusammen.
Das EBITDA nahm im ersten Halbjahr 2010 auf 53,7 Mio. Euro nach 79,1 Mio. Euro im Vorjahr ab. Damit lag die EBITDA-Marge in der Berichtsperiode bei 7,2% nach 11,4% vor einem Jahr. Positive Wechselkurseffekte insbesondere aus dem polnischen Zloty sowie dem kanadischen Dollar haben 4,1 Mio. Euro zum Ergebnis beigetragen. Das EBIT lag mit -6,5 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau (22,6 Mio. Euro). Hierin wirkten sich Abschreibungen in Höhe von 60,2 Mio. Euro (56,5 Mio. Euro im Vorjahr) aus.
Quartalsentwicklung untermauert Aufwärtstrend
Deutlich positiver stellten sich die Ergebnisse im Quartalsvergleich dar, die damit ebenfalls den allgemein positiven Trend bestätigen. So verzeichnete die Pfleiderer AG beim EBITDA im zweiten Quartal 2010 einen deutlichen Anstieg von 26,4 Mio. Euro im Vorjahresquartal um 16,1% auf jetzt 31,5 Mio. Euro. Das EBIT lag mit -0,4. Mio. Euro exakt auf dem Niveau des zweiten Quartals 2009.
Im ersten Halbjahr 2010 belief sich das Finanzergebnis auf -14,5 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr -26,3 Mio. Euro ausgewiesen wurden. Hierin wirkte im Zinsaufwand mit 6,1 Mio. Euro die Auflösung abgegrenzter Transaktionskosten für die Neufinanzierung des Konzerns. Das sonstige Finanzergebnis in Höhe von 24,7 Mio. Euro beinhaltet hauptsächlich Erträge aus der stichtagsbezogenen Fremdwährungsbewertung von Finanzpositionen.
Das Ergebnis der fortzuführenden Aktivitäten vor Ertragssteuern summierte sich auf -21,0 Mio. Euro nach -3,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr wurde ein latenter Steuerertrag verbucht, der insgesamt zu einem positiven Steuersaldo von 3,1 Mio. Euro beitrug. Nicht fortzuführende Aktivitäten trugen aufgrund von Steuernachzahlungen mit einem Verlust von 1,0 Mio. Euro zum Periodenergebnis von -18,9 Mio. Euro bei. Davon entfallen Verlustanteile von 1,0 Mio. Euro auf Minderheitsgesellschafter. Darüber hinaus werden in der G&V weiterhin die Ansprüche der Hybridkapitalgeber in Höhe von 9,2 Mio. Euro ausgewiesen, auch wenn diese derzeit nicht ausgezahlt, sondern als Verbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen werden.
Für die Aktionäre der Pfleiderer AG verblieb damit ein Ergebnisanteil von -27,1 Mio. Euro verglichen mit -2,8 Mio. Euro vor einem Jahr. Dies entspricht einem unverwässerten Ergebnis je Aktie der fortzuführenden Aktivitäten von -0,45 Euro nach -0,05 Euro für die Vergleichsperiode des Vorjahres.
„Wir sehen in allen unseren Märkten Erholungstendenzen, lediglich das nordamerikanische Laminatgeschäft entzieht sich diesem Trend. Mit der Verstetigung der positiven Entwicklung sollte die Talsohle durchschritten sein. Für die damit verbundenen Leistungen gehört allen unseren Mitarbeitern großer Dank. Unser vorrangiges Ziel ist es jetzt, die Bruttomarge weiter zu verbessern und unsere Schulden wie angekündigt deutlich um 350 Mio. Euro in den nächsten Jahren zu reduzieren. Zur Kompensation der hohen Rohstoffkosten werden wir weiter an der Verbesserung unserer Kostenstrukturen und der Erhöhung unserer Produktionseffizienz arbeiten. Hier liegen noch ein paar Baustellen vor uns“, kommentiert Hans H. Overdiek, Vorstandsvorsitzender der Pfleiderer AG, die vorgelegten Unternehmenszahlen.
Westeuropa und Osteuropa mit positiven Entwicklungen
Die Entwicklung der Regionen Westeuropa, Osteuropa und Nordamerika, in denen das Unternehmen tätig ist, spiegelt im Wesentlichen die konjunkturelle Lage der jeweiligen Märkte wider. In Osteuropa konnte Pfleiderer sowohl die Volumina als auch die Preise kräftig steigern, so dass sich die Ergebnissituation im zweiten Quartal ins Positive gedreht hat. In Westeuropa wurden die Preise unbeschichteter Platten erhöht, wohingegen bei beschichteten Platten noch Nachholbedarf besteht. Letztere hatten allerdings in der Rezession auch deutlich geringere Rückgänge verzeichnet. Das Volumenwachstum konzentrierte sich in Westeuropa hauptsächlich auf beschichtete Platten. In Nordamerika verlief die Entwicklung etwas differenzierter. Während Platten deutliche Volumensteigerungen verbuchten, gingen die Absätze bei Laminatfußboden zurück. Beide Produktgruppen hatten mit sinkenden Preisen zu kämpfen, was zum Teil aber durch sinkende Rohstoffkosten kompensiert wurde.
Cashflow wieder positiv
Im ersten Halbjahr 2010 verzeichnete die Pfleiderer AG aus laufender Geschäftstätigkeit einen Zufluss von 9,2 Mio. Euro, verglichen mit einem Abfluss von 54,0 Mio. Euro vor einem Jahr. Dieser Zufluss ist zum einen den Abschreibungen in Höhe von 57,2 Mio. Euro sowie der Veränderung kurzfristiger Passiva um 40,6 Mio. Euro geschuldet. Gegenläufig wirkte sowohl das negative EBIT als auch der Aufbau der Vorräte sowie Forderungen. Die Nettoverschuldung des Konzerns stieg vor allem aufgrund von Währungseffekten und Investitionen gegenüber dem 31. Dezember 2009 um 109,2 Mio. Euro auf 963,4 Mio. Euro. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital (Gearing) stieg damit von 135,2% auf 140,2%.
Die Investitionen inklusive geleisteter Anzahlungen sanken im Berichtszeitraum gegenüber der ersten Jahreshälfte 2009 um 26,1% auf 45,7 Mio. Euro. Davon entfielen 9,0 Mio. Euro auf die Region Westeuropa. In Nordamerika wurden 29,2 Mio. Euro investiert, wovon der Großteil die Fertigstellung des MDF-Werks in Moncure/North Carolina betraf. In Osteuropa wurden 7,3 Mio. Euro investiert.
Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sank im Vergleich zum 30. Juni 2009 von 5.620 auf 5.579. Während in Nordamerika die Zahl der Beschäftigten durch den Produktionsbeginn des nach Moncure verlagerten MDF-Werks um 7,9% zulegte, ergab sich in Osteuropa als Folge von Kostensenkungsmaßnahmen ein Abbau um 2,0%. In Westeuropa nahm die Belegschaft um 3,2% ab.
Für Juli und August rechnet die Pfleiderer AG saisonal bedingt mit einem etwas schwächeren Geschäft, bevor im September die typische Herbstbelebung wieder einsetzen sollte. Das Unternehmen geht davon aus, dass das zweite Halbjahr insgesamt stärker als das erste sein wird. Für das Gesamtjahr bleibt es bei der Einschätzung, dass das Geschäftsjahr 2010 mit einem Umsatz knapp unterhalb von 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen werden kann. Trotz der insgesamt positiven Entwicklung geht der Holzwerkstoffhersteller für das Gesamtjahr nach wie vor von einem Verlust aus. Eine weitere nachhaltige Verbesserung der Ergebnissituation wird für 2011 erwartet.
Konzern-Kennzahlen Pfleiderer AG zum 30. Juni 2010
(nach IFRS)
| in Mio. € | 01.04.–30.06.10 | 01.04.–30.06.09 | 01.01.-30.06.2010 | 01.01.-30.06.2009 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 381,4 | 334,5 | 737,0 | 692,4 | 6,4 |
| * davon Westeuropa | 202,0 | 175,3 | 395,7 | 369,3 | 7,1 |
| * davon Osteuropa | 77,7 | 59,3 | 154,2 | 124,9 | 23,5 |
| * davon Nordamerika | 117,4 | 107,0 | 212,5 | 211,5 | 0,5 |
| Bruttomarge (in %) | 21,9 | 23,7 | 21,4 | 26,2 | |
| EBITDA | 31,5 | 26,4 | 53,7 | 79,1 | -32,1 |
| * Marge (in %) | 8,2 | 7,9 | 7,3 | 11,4 | |
| EBIT | -0,4 | -0,4 | -6,5 | 22,6 | — |
| * davon Westeuropa | 3,4 | 3,3 | 9,1 | 11,7 | -22,2 |
| * davon Osteuropa | 3,4 | -2,5 | 0,0 | 2,0 | — |
| * davon Nordamerika | 0,7 | 2,8 | -3,5 | 8,8 | — |
| EBT der fortzuführenden Aktivitäten | -2,3 | -10,4 | -21,0 | -3,7 | — |
| Periodenergebnis | -2,4 | 0,2 | -18,9 | 3,7 | — |
| Ergebnisanteil der Pfleiderer Aktionäre | -7,2 | -2,9 | -27,1 | -2,8 | — |
| Ergebnis fortzuführender Aktivitäten je Aktie - unverwässert (in €) | -0,10 | 0,06 | -0,45 | -0,05 | — |
| Verschuldungsgrad (Gearing) (in %) | 140,2 | 114,5 | 140,2 | 135,2 | |
| Investitionen in Sachanlagen | 21,1 | 32,4 | 45,7 | 61,8 | -26,1 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | — | — | 10,8 | -54,0 | — |
| Anzahl Mitarbeiter fortzuführender Aktivitäten ohne Auszubildende | 5.579 | 5.620 | 5.579 | 5.620 | -0,7 |
| * davon Inland | 2.406 | 2.485 | 2.406 | 2.485 | -3,2 |
| * davon Ausland | 3.173 | 3.135 | 3.173 | 3.135 | 1,2 |
| in Mio. € | 30.06.10 | 31.12.09 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Bilanzsumme | 2.101,9 | 1.971,2 | 6,6 |
| Eigenkapital | 687,2 | 631,7 | 8,8 |
| Eigenkapitalquote (in Prozent) | 32,7 | 32,0 | — |
| Nettoverschuldung | 963,4 | 854,2 | 12,8 |
Ansprechpartner:
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Leiter Corporate Communication
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E-Mail: fabian.schiffer@pfleiderer.com
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